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Praxisratgeber Sturzprävention 2

Sturzprophylaxe aber wie?

  

2006 wurde der Expertenstandard Sturzprophylaxe für die Pflege eingeführt, so dass viele Einrichtungen vor der großen Fragen standen: „Wie setzen wir das in der Praxis um?“

 

 

Stefan und ich stellten die Idee zur praktischen Umsetzung der Sturzprophylaxe in den täglich stattfindenden Stations-Übergaben vor. Das Konzept fiel bei unseren Pflegekräften auf fruchtbaren Boden. Wir baten die Kollegen/innen der Pflege um Vorschläge nach geeigneten Bewohnern/innen. Bei unklaren „Fällen“ wurde der Rat des Arztes eingeholt. Anmerkung: In unserem Haus lebten damals ca. 130 Bewohner/innen mit einem Demenzanteil von ca. 60/70 %.  

 

Da die Übungen der AOK Sturzprophylaxe häufig im Stehen durchgeführt werden, haben wir die Auswahl der Bewohner auf die fitteren beschränkt. Es kristallisierte sich eine Vorauswahl von ca. 25 geeigneten Senioren heraus. Diese Bewohner wurden von uns zu einem Balance- und Gehtest eingeladen. In Anlehnung an den Mobilitätstest nach Tinetti stellte Stefan Wels - unser Sportlehrer - das Sturzrisiko fest. Anhand der erreichten Punktezahl wurde die Sturzgefährdung eingestuft.

 

Schön zu beobachten war, dass viele Bewohner, die zu diesem Test eingeladen wurden, unheimlich stolz waren und sich auf den Test freuten. Aus den 25 Probanden wurden letztendlich ca. 12 ausgesucht, die an der AOK Sturzprophylaxe teilnehmen durften.

 

Alle übrigen Bewohner und Teilnehmer weiterer 2 Bewegungsgruppen wurden informiert, dass auch die zukünftige Sitzgymnastik im Blickwinkel der Sturzprophylaxe durchgeführt wird. Ausgestattet durch die AOK verwendeten wir auch in diesen Gruppen Hanteln und Fußmanschetten für das Krafttraining im Sitzen. 

 

 

Im nächsten Newsletter/Blogbeitrag werden wir in die Praxis mit Übungsbeispielen und Filmen einsteigen.

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